Vojta-Therapie

Die Ansätze der Vojta-Therapie gehen zurück bis 1950. Vaclav Vojta (1917- 2000), nach dem die Therapie benannt ist, war Neurologe und Pädiater und zu dieser Zeit an der Karls-Universität in Prag tätig.1968 emigrierte er nach Deutschland, war zunächst in Köln, dann in München tätig.
(mehr Infos unter http://www.vojta.com)

Professor Vojta entdeckte, dass man in die Steuerung des Gehirns eingreifen und auf diese Weise Bewegung und Haltung positiv beeinflussen kann. Jede Haltung und Bewegung ist im Gehirn des Menschen von Geburt an programmiert.
Genauso kann das Gehirn auch fehlprogrammiert sein, sodass Fehler im Bewegungsablauf oder Haltungsschäden entstehen können. Je früher mit der Vojta-Therapie begonnen wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Deshalb werden bereits Säuglinge nach dem Vojta-Konzept therapiert. Wichtige Grundlagen des Vojta-Prinzips sind zum einen das Wissen um die motorische Entwicklung eines Kindes im ersten Lebensjahr, zum anderen die Diagnostik, insbesondere die Frühdiagnostik bis zum dritten Lebensmonat sowie die Therapie selbst.

Bei der Behandlung nach Vojta geht es darum, bestimmte physiologische Bewegungsabläufe reflektorisch anzubahnen.
Es werden dabei nicht nur bestimmte Bewegungen und Muskelgruppen trainiert, sondern die gesamte Körperhaltung und alle entsprechenden Muskeln werden angesprochen.
Es kommt auch zu einer Beeinflussung der vegetativen Funktionen und der Atmung, was z.B. für die Behandlung Frühgeborener ein wichtiger Aspekt ist.

Das Kind wird in der Therapie genau beobachtet in seinen Bewegungsmustern. Dies soll dann Aufschluss darüber geben, ob die genetisch angelegten und damit angeborenen Bewegungsprogramme benutzt werden können oder ob mit der Therapie dieser Einsatz erreicht werden kann.

Die Vojta-Therapie wird zur Behandlung und Prophylaxe neurologischer Bewegungsstörungen (sowohl in der Kinderphysiotherapie als auch in der Erwachsenentherapie) eingesetzt.
Außerdem wird die Vojtatherapie erfolgreich bei der Behandlung orthopädischer Krankeitsbilder und Haltungsauffälligkeiten wie z. B. Wibelsäulenfehlstellungenund Skoliosen angewandt.

Typische Indikationen für Vojtatherapie  bei Kindern sind:
- zentrale Koordinationsstörungen
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- Haltungsstörungen wie Schädel- und Lageasymmetrien
- Plexusparesen
- Hüftdysplasien
- Fußfehlstellungen
- Cerebralparesen

Eine immer wieder gestellte Frage bei der Vojta-Therapie ist die, warum das Kind (Säugling) während der Behandlung schreit. Es gibt verschiedene Gründe dafür, beispielsweise weil es sich anstrengen muss oder weil es im Augenblick etwas anderes tun möchte. Außerdem macht Ihr Kind ungewohnte Bewegungserfahrungen und muss vertraute Körperhaltungen verlassen. Entscheidend ist, gut hinzuhören, wie Ihr Kind schreit und was es mit dem Schreien ausdrückt, damit Sie angemessen reagieren können. Wenn die Behandlung regelrecht und den Bedürfnissen des Kindes angepasst eingesetzt wird, dürfen keine Schmerzen entstehen. Schmerzen sind absolut kontraindiziert, denn sie würden die Informationsübertragung im Zentralnervensystem blockieren.